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14.08.2020
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Daniel`s 70. Jahrwoche PDF Drucken E-Mail

Biblische Prophetie der Endzeit (Eschatologie)

1 (9, 24) Die Prophetie Daniels von den siebzig Wochen (VV. 24—27) gibt uns den chronologischen
Rahmen für die messianische Prophetie von Daniels Zeit an bis zu der Errichtung des Königreiches Christi auf Erden — und ebenso haben wir hier den Schlüssel zu der Auslegung dieser Prophetie. Die hauptsächlichen Kennzeichen der Prophetie Daniels sind folgende:

(1) Die Prophetie ist vor allem mit Daniels «Volk» und mit seiner «heiligen Stadt» beschäftigt, d. h. mit Israel und Jerusalem.


(2) Zwei Fürsten werden erwähnt; der erste wird «der Messias, der Fürst» (V. 25) genannt; der zweite wird beschrieben als «der Fürst, der kommen soll» (V. 26), also ein Hinweis auf das «kleine Horn» von Kap. 7, 8, dessen «Volk» das wiedererbaute Jerusalem zerstören wird, nachdem der messianische Fürst ausgerottet wurde (V. 26).

 

(3) Die «siebzig Wochen» der Prophetie sind Wochen von Jahren, ein wichtiges, auf dem Sabbat beruhendes Zeitmaß in dem jüdischen Kalender. Die Verletzung des Gebotes, das Sabbatjahr zu beobachten, brachte das Gericht der babylonischen Gefangenschaft über das Volk und bestimmte ihre Dauer auf siebzig Jahre. Vgl. 3. Mose 25, 1—22; 26, 33—35; 2. Chron. 36, 19—21; Dan. 9, 2. Vergleiche auch 1. Mose 29, 26—28 für den Gebrauch des Wortes «Woche», um sieben Jahre zu bezeichnen.

 

(4) Diese 490 prophetischen Jahre sind je 360 Tage lang. Der Beweis dafür ist, dass die biblische Prophetie der siebzigsten Woche von sieben Jahren diese in zwei Hälften teilt (V. 27), und die letzte Hälfte wird verschiedentlich bezeichnet als «eine Zeit, Zeiten, und eine halbe Zeit» (Dan. 7, 25; vgl. Offb. 12, 14); oder als zweiundvierzig Monate (Offb. 11,2; 13, 5); oder als 1260 Tage (Offb. 11, 3; 12,6). In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass in der großen Schau der Prophetie die prophetische Zeit immer so ganz nahe ist, dass das Wort zu einer ernsten Warnung für jede Generation wird und gleich so unbestimmbar fern erscheint, dass bloße Neugierde nicht befriedigt wird (vgl. Mt. 24, 36; p. 1, 7).

 

(5) Der Anfang der siebzig Wochen wird folgendermaßen bestimmt: «da der Befehl ausgeht, dass Jerusalem soll wiederum gebaut werden» und seine Mauern (V. 25). Der einzige Befehl, den die Schrift

wiedergibt über den Aufbau der Stadt und ihrer Mauer, wird uns in Neh. 2 berichtet; das Datum wird genau angegeben «im Monat Nisan, in dem zwanzigsten Jahr des Königs Artaxerxes‘ (d. i. 445 v. Chr.) und dieses Datum wird von der alten Geschichte bestätigt. Wenn man dieses Datum als Anfang nimmt, reichen die ersten neunundsechzig Wochen bis zu «dem Messias, dem Fürsten».

 

(6) Zu einer späteren Zeit, «nach zweiundsechzig Wochen», die den ersten «sieben Wochen» folgen (d.h. also im ganzen nach neunundsechzig Wochen), werden zwei wichtige Ereignisse geschehen:

(1) der Messias wird « ausgerottet» werden, und Er wird keines Seiner königlichen Rechte erhalten (« Er wird nichts mehr sein»). Und

(2) die wiedererbaute Stadt und das Heiligtum wird wieder zerstört werden, dieses Mal durch «das Volk» eines andern «Fürsten», der noch kommen wird. Es wird allgemein angenommen, dass diese beiden Ereignisse erfüllt wurden durch den Tod Christi (29 n. Chr.) und durch Zerstörung Jerusalems durch Rom im Jahre 70 n. Chr. Beide Ereignisse werden vor die siebzigste Woche von V. 27 gestellt. Also liegt eine Zeit von wenigstens einundvierzig Jahren zwischen dem Tod Christi und der Zerstörung von Jerusalem und also auch zwischen der neunundsechzigsten und siebzigsten Woche.

 

(7) Die Hauptereignisse der letzten «einen Woche» (V. 27) sind folgende:

 

(1) ein «Bündnis» von sieben Jahren wird von dem zukünftigen römischen Fürsten (das «kleine Horn» von 7, 8) mit den Juden gemacht werden.

(2) In der Mitte der Woche wird der jüdische Gottesdienst gewaltsam unterbrochen werden durch den römischen Fürsten, der «Greuel der Verwüstung» anrichtet und das Heiligtum «verwüstet».

(3) Zu der gleichen Zeit wird er Verfolgungen über die Juden kommen lassen. Und (4) das Ende der siebzigsten Woche wird Gericht über den Verderber bringen und die «ewige Gerechtigkeit» aufrichten (V. 24 — d. h. die Segnungen des messianischen Königreichs).

Der Beweis dafür, dass die letzte Woche noch nicht erfüllt ist, liegt in der Tatsache, dass Christus die Hauptereignisse dieser letzten Zeit in ganz bestimmter Weise mit Seinem zweiten Kommen verbindet 1. 24, 6. 15). Also muss in der Zwischenzeit zwischen der neunundsechzigsten und siebzigsten Woche die ganze Zeit der Gemeinde liegen, wie sie im N.T. offenbart wird, aber diese Zeit ist im A.T. noch nicht offenbart worden. Die Auslegung, die die letzte der siebzig Wochen an das Ende des Zeitalters legt, wird auch von den Kirchenvätern vertreten. Wenn die siebzigste Woche in den ersten zwei und einhalb Jahrhunderten der christlichen Gemeinde erwähnt wurde, so wurde sie fast immer an das Ende des Zeitalters

Irenäus legt das Erscheinen des Antichristen an das Ende des Zeitalters in die letzte Woche: er sagt tatsächlich, dass die Zeit der Tyrannei des Antichristen gerade eine halbe Woche dauern wird, also drei Jahre und sechs Monate. Ebenso sagt Hippolytus, dass Daniel «die sieben Jahre kennzeichnet, die in der letzten Zeit kommen werden».